Konzeption


Die zentrale Idee des IPK ist die Verbindung von kunsttherapeutischen Ansätzen mit psychoanalytischer Theorie und Praxis. Begleitet wird diese Ausrichtung von einer fundierten Beschäftigung mit Kunst, Kunstgeschichte und der Übung in künstlerischen Techniken. An jedem Ausbildungswochenende finden theoretische, praktische und selbstreflexive Veranstaltungen statt. In einer vierjährigen Ausbildung werden in vertrauter und fester Gruppe die theoretischen und praktischen Kenntnisse und Fähigkeiten in Psychoanalytischer Kunsttherapie erworben. Während der Weiterbildung wird eine begleitende externe Einzeltherapie empfohlen.

Die Teilnehmer/innen wohnen und lernen als Gruppe zusammen an jeweils 10 Wochenenden im Jahr im idyllisch gelegenen und verkehrsmäßig gut erreichbaren Zentrum für Erwachsenenbildung Stephansstift, wo sie auch mit Vollpension versorgt werden. Die zeitliche Struktur der Ausbildung bleibt im Wesentlichen in den vier Jahren gleich, so dass immer mehrere Einheiten der unterschiedlichen Disziplinen an einem Ausbildungswochenende stattfinden: Theorie und Methodik der Psychotherapie und Psychoanalyse, Kunsttherapiemethodik, bildende Kunst (praktisch und theoretisch), Kunstgeschichte, sowie kunsttherapeutische Selbsterfahrung in einer festen Gruppe.

Ein zentraler Theoriehintergrund der Psychoanalytischen Kunsttherapie ist die Psychoanalyse. In dem vierjährigen Ausbildungsgang werden sowohl die metapsychologischen Grundannahmen als auch die sogenannte „Technik“ der Psychoanalyse vermittelt. In kritischer Reflexion beider Perspektiven wird dabei stets der Ertrag der Psychoanalyse für die Kunsttherapie bedacht. Dabei werden auch kultur- und kunsttheoretische Positionen der Psychoanalyse ausführlich in die Reflexion einbezogen.

Die Psychoanalyse als Konfliktpsychologie versteht die Persönlichkeit als das Ergebnis von unbewussten bzw. unbewusst gewordenen Konflikten. Vor diesem Hintergrund ist auch die Krankheitslehre der Psychoanalyse (Neurose als Ausdruck eines unbewussten Konflikts) zu verstehen. Das Ziel der Psychoanalyse ist allerdings nicht die Eliminierung der Konflikte, sondern deren produktive Wendung durch Bewusstwerdung. Diese eröffnet eine Befreiung von internalisierten Zwängen und begünstigt damit Selbstbestimmung und Emanzipation. Mit Freud geht es letztlich darum, wieder „Herr im eigenen Haus“ zu werden.

Was ist Psychoanalytische Kunsttherapie?

Kunsttherapie vertraut auf die heilende Wirkung der Kunst.
„Durch spontanes Gestalten finden unbewusste Inhalte einen Ausdruck und können bewusst gemacht und verarbeitet werden. Im Ringen um die adäquate Form sowie einem angemessenen Umgang mit dem Material erfährt das Ich Stützung. Das Gefühl persönlicher Identität und Reifungsprozesse werden gefördert.“
(Elisabeth Wellendorf, Gründerin des IPK Hannover)


Der Mensch wird als konflikthaftes Wesen gesehen. Die meisten in der Kindheit entstandenen ungelösten Konflikte werden ins Unbewusste verdrängt und führen zu symptomatischem Verhalten und Erleben. Sigmund Freud, der Begründer der Psychoanalyse, hatte den Traum als „Königsweg“ zum Unbewussten bezeichnet. Die psychoanalytische Kunsttherapie nutzt das spontane Gestalten von Bildern, das traumähnliche Qualitäten haben kann, in ähnlicher Weise. Im bildnerischen Tun kann der Mensch sich als eigenständiger Schöpfer seines Bildes erleben und gleichzeitig die nährende Wirkung des Bildes als Gegenüber erfahren, das ihm etwas zurückgibt. So ermöglicht gerade die Kunsttherapie häufig eine Klärung und Versöhnung von inneren Widersprüchen. Das „Ich“ erfährt im Produktionsprozess der künstlerischen Gestaltung Einsicht, Stärkung und Reifung.